Bewusstsein

Was Bewusstsein ist (Wikipedia-Link), entzieht sich bis dato weitgehend einer wissenschaftlichen Erklärung.

Einer der Wissenschaftler, die sich mit dem Thema befassen, ist Piero Scaruffi - mehr zu und von Scaruffi gibt es auf seiner Website www.thymos.com; siehe auch sein Buch The Nature of Consciousness.

Ein Zitat aus Scaruffis Text A simple theory of consciousness:

"I argue that a simple theory of consciousness can be advanced by accepting that the mental is a property of matter. I argue that we can reconstruct how consciousness developed (evolved) from unconscious organisms. I argue that, rather than studying the evolution of the brain or the evolution of language or the evolution of tools, we need to study the "co-evolution" of memes, language, tools, emotions, brains. They influenced each other. Mind "is" the result of that co-evolution. Finally, I argue that a reductionist approach to consciousness is feasible."

[Anmerkung April 2012: Dass ich vor ein paar Jahren ausgerechnet auf Scaruffi verwiesen habe, bedeutet nicht, dass ich seine Theorie für die "beste" halte; es war bloß der erste Hinweis von vielen geplanten, die dann aber keine Gestalt angenommen haben.]

Bewusstsein ohne Gehirn?

Mit den so genannten "Nahtodeserfahrungen" oder "Todesnäheerfahrungen" ("Near-death experiences", NDE) habe ich mich eigentlich nie befasst.

Allerdings bin ich vor einiger Zeit auf eine einschlägige Studie aufmerksam geworden, die 2001 im Wissenschaftsjournal The Lancet unter dem Titel Near-death experience in survivors of cardiac arrest: a prospective study in the Netherlands veröffentlicht wurde (Lancet 2001; 358: 2039-45; AutorInnen: Dr. Pim van Lommel, Ruud van Wees, Vincent Meyers, Ingrid Elfferich).

Offenbar sind diese Erfahrungen doch kein bloßer Humbug.

Untersucht wurden die Erfahrungen von 344 HerzpatientInnen in zehn Krankenhäusern in den Niederlanden, die nach einem Herzstillstand wiederbelebt werden konnten.

Die Ergebnisse dieser Studie sind überdies auch für Theorien über das Bewusstsein relevant. Die zentrale Frage, die sich auch der Hauptautor der Studie, Pim van Lommel stellt: Wie kann ein klares Bewusstsein zu einem Zeitpunkt erfahren werden, zu dem das Gehirn nicht mehr funktioniert, von einem klinisch toten Menschen mit einem "flachen" EEG, also einem Elektroenzephalogramm, das keinerlei Hirnaktivität anzeigt?

Ein Zitat aus der Studie:

"With lack of evidence for any other theories for NDE, the thus far assumed, but never proven, concept that consciousness and memories are localised in the brain should be discussed. How could a clear consciousness outside one's body be experienced at the moment that the brain no longer functions during a period of clinical death with flat EEG?22 Also, in cardiac arrest the EEG usually becomes flat in most cases within about 10 s from onset of syncope.29,30 Furthermore, blind people have described veridical perception during out-of-body experiences at the time of this experience.31 NDE pushes at the limits of medical ideas about the range of human consciousness and the mind-brain relation."

Die Studie wurde außer im Lancet bereits an allen möglichen Orten im Web veröffentlicht, insbesondere natürlich auf Websites religiöser Gruppen. Hier der Google-Treffer Nr. 1: profezie3m.altervista.org/archivio/TheLancet_NDE.htm

Auf www.psychophysik.com gibt es ein Interview mit dem Kardiologen Pim van Lommel zur Studie (deutsch); ein weiteres Interview (englisch) z.B. unter www.iands.org/dutch_study.html.

Bewusstsein-Materie-Interaktionen / PEAR

Eine Gruppe von ForscherInnen der Princeton University in New Jersey, USA, befasste sich im Rahmen des Forschungsprogramms Princeton Engineering Anomalies Research seit 1979 mit der wissenschaftlichen Erforschung von Wechselwirkungen zwischen dem menschlichen Bewusstsein und physikalischen Phänomenen (Scientific Study of Consciousness-related Physical Phenomena).

Solche Phänomene werden in der Regel unter den Begriffen Telepathie bzw. Telekinese abgehandelt.

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens der beobachteten Wechselwirkungen zwischen Bewusstsein/Maschinen bzw. der beobachteten Fernwahrnehmungen wird von den WissenschaftlerInnen mit 10-12 bzw. 10-8 angegeben (siehe zweites Zitat unten).

Die folgenden Stellen stammen aus "The PEAR Proposition" (pdf, 636 kB), erschienen im Journal of Scientific Exploration, Vol. 19, No. 2, pp. 195–245, 2005. (Der Artikel war offenbar irrtümlich frei zugänglich - jetzt gibt's nur mehr - auf dieser Seite, ca. in der Mitte - das Abstract.)

Zitat aus dem Abstract des Artikels:

"This blend of empirical features predicates radical excursions of the dedicated models, and hence of the more general scientific paradigms, to allow consciousness and its subjective information processing capacities a proactive role in the establishment of objective reality, with all of the complications of specificity, causality, and reproducibility that entails."

Auszug aus Seite 44f. des Artikels (PRP="Precognitive Remote Perception"):

1.Are such mind/matter anomalies legitimate?
Yes, by any reasonable scientific standard. The composite formal human/machine results are unlikely by chance to the order of 10-12; the formal PRP results to the order of 10-8.
(...)
11. What are the implications for scientific methodology?
Uncertainty, subjectivity, and a proactive role of consciousness need to be explicitly accommodated.






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Letzte Änderung: 22 04 2012


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