B U C H I M B E I S L - P R O G R A M M
café ci
16, payergasse 14 • tel. 493 18 272
Termine jeweils Donnerstag, 21h, sofern nicht anders angegeben.
4. oktober, 19.30 uhr
Eröffnung der Herbstsaison
durch Ingrid Beranek, Vorsitzende der Kulturkommission Ottakring
Anschließend an Vernissage und Lesung:
Musik mit Rainer Tua Eppas (guit., voc)
20 uhr
galerie studio 38
momentaufnahmen 1993-1997
elke schmölzer
Vernissage und Katalogpräsentation
21 uhr
Hitler in Wien
peter rosei
HITLER IN WIEN handelt von den beiden wohl berühmtesten Wien-Touristen: Adolf Hitler und Josef Stalin.
Während Hitler als Maler seine Meisterwerke schafft, schreibt Josef Stalin an einem Buch über das bunte Völkergemisch der Donau-Metropole.
Im Gespräch im Café erörtern sie ihre visionären Pläne. Werden sie einander auch später spinnefeind, bleibt doch ein ideelles Band, das sie verbindet.
Stalin sitzt verlassen auf der Krim, während Hitler, der ja etwas früher abtreten mußte, vom Hades, von der Unterwelt aus der schönen Stadt am blauen Fluß noch einen letzten Besuch abstattet und dabei ins Sinnieren kommt.
18. oktober, 21 uhr
"dolby surround"
r. kraus
a. baumgartner
Rudolf Kraus liest aus seiner Dorfgeschichte "Viesing", 2001 in "Hoamat strange homeland" erschienen. "Viesing" ist die Entwicklungsgeschichte eines Jünglings im Dorfgeschehen und enthält viele Irrungen und Wirrungen, die eine Jugend eben ausmachen.
Armin Baumgartner liest literarische Polaroids aus seinem Leben, bislang noch nicht abgelichtet, aber bestens geeignet, um Licht ins Dunkel zu bringen.
8. november, 21 uhr
meine besten niederlagen
13 geschichten suchen ihren autor
egyd gstättner
Der Schriftsteller Egyd Gstättner
ist spurlos verschwunden! Nun
taucht Kommissar Sichalich im
Haus des bekannten Autors auf,
um Nachforschungen anzustellen.
Dabei entdeckt er auf Gstättners
Schreibtisch ein druckfertiges
Manuskript: Es ist betitelt "Meine besten Niederlagen" und enthält dreizehn Geschichten. Ob
sich darin Hinweise auf mögliche
Fluchtorte oder Rückzugsgebiete
des Verschollenen finden lassen?
Der Kommissar beginnt zu lesen
und stößt auf höchst interessante
und rätselhafte, durchwegs autobiographisch geprägte Erzählungen, welche so merkwürdige
Titel tragen wie "Akt mit einem Krokodil", "Traumhochzeit und Traumscheidung", "Pascal in Telfs", "Gerhilds Halloween"
oder "Die Entzauberung des Zauberbergs".
22. november, 21 uhr
Auf der Bühne des Bleibens oder Gehens
Eine Lesung aus der Tagebuch- Reihe mit der Lyrikerin - Schriftstellerin
Nahid Bagheri-Goldschmied
... Siebenundzwanzig mal hob sich der
reichfarbige Vorhang,
siebenundzwanzig faszinierende Tage,
die leuchteten im Palast der Künste,
siebenundzwanzig schimmernde Perlen,
aus den Wellen der Musik hochgespült,
voll Geschmack eines fernen Süßwassermeeres,
aufgereiht zur Erinnerungsverklärung. …
freitag, 30. november, 21 uhr
Herzenspoesie
anton g. leitner und rudolf kraus
lesen eigene und fremde liebeslyrik
Leitners Credo, »dass die Lyrik ein geistiges Grundnahrungsmittel ist, deren Konsum in erster Linie Vergnügen und Genuss bereiten sollte«, trifft sich mit der inneren Einstellung seines Wiener Kollegen Rudolf Kraus.
Beide Lyriker sind im Jahr 1961 geboren und teilen eine besondere Vorliebe für Liebesgedichte.
Im Rahmen ihrer BiB-Lesung »Herzenspoesie« am Freitag, den 30. November 2007 um 21 Uhr im Club International (Payergasse 14, 1160 Wien, beim Yppenplatz-Brunnenmarkt) präsentieren sie eigene Liebeslyrik sowie Klassiker der erotischen Poesie. Die beiden »61er« wollen dabei alle Facetten der Liebeslyrik bieten, vom anregenden Vorspiel bis zum sanften Nachspiel.
Leitner möchte »die zeitlose Potenz der Lyrik« demonstrieren, indem er erotische Lyrik aus seiner gleichnamigen CD »Herzenspoesie« rezitiert, die - in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Anna Thalbach - im Frühjahr 2007 bei Eichborn erschienen ist. Neben eigener Liebespoesie trägt er seine liebsten Liebesgedichte vor, die u. a. von Goethe, Rilke und Ringelnatz stammen.
Kraus präsentiert neben seinen sinnlichen Sprachminiaturen herzhafte Verse von Dichterklassikern, die ihn inspirieren.
6. dezember, 21 uhr
Längst nicht mehr koscher. Die Geschichte einer Familie
Ein historischer Roman, der 1874 in Galizien beginnt und 1945 endet
claudia erdheim
Erzählt wird die Geschichte der Familie Erdheim. Moses Hersch und Esther, die Eltern von fünf Söhnen, leben in Boryslaw, wo es Erdöl gibt, und sind dadurch recht wohlhabend geworden. Drei der Söhne gehen nach Wien und bleiben auch dort. Zwei leben mit ihren Familien in Galizien. Geschildert wird der Weg der Familie und ihrer Nachkommen vom Stettel zu einem aufgeklärtem Leben.
13. dezember, 21 uhr
"Als das Lügen noch geholfen hat"
Roman
beppo beyerl
Der schelmische Familienroman von Beppo Beyerl, erschienen im November 2007 im Molden-Verlag, führt den Leser von den neunzehndreißiger Jahren im tschechischen Karlsbad bis in die achtziger Jahre auf der Wiener Koteesch - gebrochen durch die irrwitzigen Launen eines verlogenen Erzählers, der sich in seiner Geschwätzigkeit nicht immer an die Wahrheit hält: Als das Lügen noch geholfen hat.
***
Als der Petzl-Peperl aus Karlsbad nach Wien flüchtete, konnte er sich nur eine Bleibe in einem Wiener Außenbezirk leisten.
Dort traf er auf die Hondraks und die Vyskocils, die von nun an sein Leben bestimmten.
17. jänner, 21 uhr
"Sägezahn und Sinuswelle"
Jakob Lediger - Texte
Martina Gasser - singende Säge
Erik Janson - Komposition
Renate Pitroff - Sender
Christoph Theiler - Soundprocessing
"... denn immer dann, wenn sich aus dem Rauschen des vorgestellten
Äthers Klänge hervorschwindeln, vermeint unsereins zuweilen ein Wort zu
vernehmen, und eben jenem unmittelbar darauf im Eintauchen in die Wellen
zu lauschen." (Jakob Lediger)
*"Deux mouvements (2007)*, für singende Säge und Zuspiel CD
Deux Mouvements soll auf die Befreiung von Kommunikation innerhalb
offener Systeme in der Gesellschaft rekurieren. Dies verdeutlichen die
offenen Formprozesse beim Komponieren sowie während der Aufführung
(Interaktion zwischen Solistin und Zuspiel). Die singende Säge, mit ihrem
graphisch notierten Part, interagiert mit von mir nach und nach selbst
live aufgenonnemen Klangspuren (z.B. Gong, Klangschalen-Klänge, Gitarre,
geräuschhafte Sprachfetzen etc.). Die aufgenommenen Spuren wiederum sind
eine Kombination aus Aufnahme und darauf wiederum reagierender
Improvisation sowie nachbearbeitender Komposition. Das so entstandene
akkustische Material bearbeitete ich danach mit üblichen Verfahren bei der
elektronischen Komposition: Time-Stretching, Delay, Distortion etc. So
entstanden formale Bezüge, Interaktionen bei dennoch maximaler Freiheit."
(Erik Janson)
31. jänner, 21 uhr
whispering bones
AutorInnen: Bodo Hell (Wien), Peter Pessl(Wien), Birgit Schwaner (Wien), Lisa Spalt (Wien), Christian Steinbacher (Linz), Ulf Stolterfoht (Berlin)
LeserInnen: Petra Nickel, Renate Pittroff, Werner Wultsch
Sound: Christoph Theiler
Wo sind Hitlers Knochen wirklich geblieben? Wer hat sie heimlich nach Österreich verschleppt? Wie viele Würmer wuseln unter ihrer knochigen Oberfläche? Wo liegen die Knotenpunkte der epidemischen Pilzgeflechte?
Diese und andere Fragen sind Gegenstand der multimedialen Bühnenperformance "Whispering Bones", die Regisseurin Renate Pittroff in Zusammenarbeit mit DarstellerInnen des Theatervereins /meyerhold unltd./ ab 18. November 2005 im Wiener Klima-Wind-Kanal präsentierten. Das Theaterprojekt beruht auf neuen, eigens für diese Produktion verfassten Texten von bekannten österreichischen und deutschen Hörspiel-, Jung- und ExperimentalautorInnen (u.a. von Bodo Hell), die sie auf Einladung von Renate Pittroff zum Jubiläums- und Gedenkjahr 2005 verfassten, um sich anlässlich von "60 Jahre 2. Republik" auf literarische Spurensuche in Sachen Nationalsozialismus und Rechtsradikalismus zu begeben.
Peter Pessl: "Wir sind totgleich"
Trio der Brüllenden
3 ewiggestrige Gestalten brüllen Parolen, die den Untergang des 3.Reichs und die letzten Stunden in der Berliner Reichskanzlei heraufbeschwören.
Birgit Schwaner: "Monolog eines Schädelzüchters"
Landwirtschaft im Untergrund
Ein Mann, der Schädel wie Champignons züchtet, besichtigt einen Stollen. Er verneint den Tod Hitlers und träumt von der Wiederkunft eines 4.Reichs, dessen unterirdische Kämpfer schon in einem Hohlraum vor der Antarktis auf ihren Kampfauftrag warten.
Christian Steinbacher: "Gebrechliche Knochen vor höhnischem Stall"
Kellergeister
In einem Bierlokal treffen 3 Männer auf 2 Frauen. Ihr männerbündlerisches Machtgetue erweist sich in der Konfrontation mit den beiden Frauen als leeres Gerede. Sie verharren in ihrer selbst gewählten unterirdischen Existenz: Die Luft soll draußen bleiben!
Ulf Stolterfoht: "Ossifizierung"
3 Gedichte
Die Verknöcherung im Denken als Tradition der deutschen Philosophie wird von 5 AnalytikerInnen auf unterschiedliche Weise kommentiert, verteidigt oder in Frage gestellt.
Bodo Hell: "Knochenarbeit"
Lexikon des Schattenreichs
Knochen in ihrer gesamten lexikalischen Ausprägung von Armknochen bis Knochenzyste finden sich in dem Text wieder.
Lisa Spalt: "Finde den Knochen"
Chor der modernen Elite
Fünf Body- und Mental-TrainerInnen bearbeiten gemeinsam mit dem Publikum das neueste Work-out, das aus jedem Menschen einen gesunden, glücklichen, überall einsetzbaren, allzeit bereiten Kampfnomaden für die neuesten Werbestrategien macht.