Alternativen: Die Taxos-Idee

Wer weder Kaputtsparen noch heillose Verschuldung, aber eine aktive Rolle des Staates befürwortet, sollte sich einmal mit der Taxos-Idee befassen.

Eines meiner Anliegen ist die Förderung einer Debatte über Alternativen zur aktuellen kapitalistischen Wirtschaftsweise (siehe warum ökonomie?). Konzepte anderer Geldformen und Geldsysteme gehören dazu. Im Rahmen des Themas „Geldreform“ im Südwind-Magazin (Oktober 2003) habe ich mich u.a. mit den Ideen der in der linken Szene teilweise verpönten „Freiwirtschaft“ (Der Kampf gegen den Zins) und dem Vorschlag eines „Vollgeldes“ von Joseph Huber (Wider die Ohnmacht der Zentralbanken) auseinandergesetzt.

Zu diesem Thema steuerte Ernst Dorfner, dem ich für ganz zentrale „Aha-Erlebnisse“ zu Dank verpflichtet bin, den Artikel Ausweg aus der Finanzierungsfalle bei. Darin präsentierte er die Idee der so genannten „Taxos“ – vom Staat ausgegebener, übertragbarer Steuergutschriften, die im Sinne des Erfinders vorerst mithelfen sollen, die staatlichen Finanznöte zu mildern.

Der Staat könnte damit Aufträge zur Erbringung von Leistungen erteilen bzw. vorfinanzieren, ohne sich bei einer Bank oder auf Anleihenmärkten verschulden oder auf den Eingang von Steuerzahlungen warten zu müssen. Diese Taxos würden, sobald sie von Steuerpflichtigen zur Gegenrechnung mit ihrer Steuerschuld vorgelegt werden, wieder vernichtet werden. Im Wesentlichen handelt es sich also um vorgezogene Ausgaben.

Die Taxos-Idee hat sich mittlerweile insofern fruchtbar erwiesen, als es nun eine eigene Website dazu gibt: www.taxos.info.

Ich hege zwar einige Bedenken, was die Praktikabilität der Idee betrifft, bin aber noch nicht dazu gekommen, dieselben schlüssig zu begründen (vielleicht lösen sie sich dann auch auf). Jedenfalls ist es anregend, sich mit diesem Konzept auseinanderzusetzen – wozu ich hiermit einlade.

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