Finanzkrise: Besser gleich an der Wurzel packen

Die wiederkehrenden Finanzkrisen, die sich im Kern als Überschuldungskrisen darstellen, sind letztlich auf eine konjunkturell überschießende Geld-/Kreditschöpfung des Bankensystems zurückzuführen – so sieht das zumindest ein Teil der ökonomischen Zunft, nebst einigen Laien wie meiner Wenigkeit.

Warum also nicht gleich das Übel an der Wurzel packen (anstatt bloß „herumzudoktern“, u.a. mit schärferen Kernkapitalregeln wie „Basel III“), und dem Bankensystem die Geldschöpfungsfähigkeit einfach entziehen?

Das ist jedenfalls der Vorschlag von Joseph Huber, den ich schon einmal kurz behandelt habe, im Oktober 2003 (siehe Vollgeld – wider die Ohnmacht der Zentralbanken (Oktober 2003)).

Dankenswerterweise hat Joseph Huber nun (eigentlich schon im Mai des Jahres) ein Buch zum Thema herausgebracht, in dem er die Notwendigkeit der Monopolisierung der Geldschöpfung bei einer unabhängigen Zentralbank m.E. überzeugend begründet.

Nebenbei würde der vollständige Ersatz des Giralgelds durch das neue Zentralbankgeld („Vollgeld“) einen weitgehenden Abbau der aktuellen Staatsverschuldung ermöglichen – eine Konsequenz, die mir bisher entgangen war. Ich kann das Buch nur empfehlen!

Nachfolgend Titel, Umschlagtext und Bestellmöglichkeit.

Joseph Huber
Monetäre Modernisierung
Zur Zukunft der Geldordnung

Metropolis-Verlag, Marburg 2010

Im letzten Vierteljahrhundert haben sich mehr Finanzkrisen ereignet als je zuvor in einem solchen Zeitraum. Die Wurzel des Problems liegt im Geldsystem. Schon seine Bezeichnung als ‚fraktionales Reservesystem‘ mit ‚multipler Geldschöpfung‘ weist darauf hin, dass die Geldordnung undurchsichtig und kaum kontrollierbar ist.

Das verselbständigte Giralgeldregime der Banken erzeugt überschießende Geldmengen per Kredit und fördert damit Spekulationsblasen, Krisenentstehung und allgemeine Überschuldung, letztlich vor allem die Überschuldung der Staatshaushalte auf Kosten der Allgemeinheit.

In diesem Buch werden die Funktionsweise und die Fehlfunktionen des heutigen Geldsystems dargelegt. Im Anschluss werden verschiedene Reformansätze behandelt, insbesondere der Vollgeld-Ansatz. Dieser beruht auf der Trennung von Geldschöpfung und Kreditvergabe. An die Stelle des Giralgeldes der Banken tritt das vollwertige gesetzliche Zahlungsmittel, das ausschließlich von der unabhängigen Zentralbank in Umlauf gebracht wird. Die spezialisierten Banken sollen den Zahlungsverkehr abwickeln und Aktivitäten in den Bereichen des Kunden-, Immobilien- und Anlagegeschäfts finanzieren, jedoch ohne dabei selbst Zahlungsmittel zu erzeugen. Daraus folgende Vorteile sind sicheres Geld, stabilere Preise und Kurse (keine Assetpreis-Inflation), verstetigte Konjunktur- und Börsenzyklen, ungeschmälerter Geldschöpfungsgewinn zugunsten der öffentlichen Hand sowie übergangshalber die buchstäblich einmalige Gelegenheit, die Staatsschuld weitgehend abzubauen.

Finanz- und Realwirtschaft können nur funktionieren auf der Grundlage einer stabilen und gerechten Geldordnung.

Bestellmöglichkeit unter folgendem Link:
www.metropolis-verlag.de/Monetaere-Modernisierung/792/book.do

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