Vogelgrippe: Indizien für niedrigere Virulenz

Eine neue Studie scheint nahezulegen, dass das H5N1-Virus weit weniger gefährlich ist als angenommen.

Die Studie unter Leitung von Dr. Anna Thorson am Karolinska Institute in Stockholm über 45.000 Menschen in Vietnam, einem der von der Vogelgrippe hauptbetroffenen Länder, zeigt, dass sich dort bisher bis zu 750 Menschen sehr wahrscheinlich mit dem Vogelgrippevirus H5N1 angesteckt haben. Tatsächlich könnte es aber tausende Infektionen gegeben haben, so Dr. Thorson in einem Artikel der britischen Tageszeitung Guardian (Link weiter unten). Diese Fälle könnten nicht registriert worden sein, weil die Symptome zu leicht waren oder von den untersuchenden ÄrztInnen übersehen wurden.

Link zum Abstract der Studie in Archives of Internal Medicine, Vol. 166 No.1, 9. Jänner 2006:
Is Exposure to Sick or Dead Poultry Associated With Flulike Illness?.

Stimmt dieses Studienergebnis, wäre zwar auch das Ansteckungsrisiko höher und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein neues, von Mensch zu Mensch übertragbares Grippevirus entwickeln könnte. Aber H5N1 wäre dann weit weniger virulent als bisher angenommen, und es gäbe wenig Grund, sich vor allfälligen Mutationen zu fürchten. Grippeviren gibt es jedes Jahr neue, und insgesamt Hunderte.

Der Guardian hat es sich leider nicht nehmen lassen, diese eigentlich positive Meldung ins Gegenteil zu verkehren. Hier der Link zum Guardian-Artikel zur Studie von Dr. Anna Thorson mit dem irreführenden „Angstmacher-Titel“ Hidden victims highlight ease of transmission (10.1.2006).

Diese Studie bestätigt jedenfalls die Informationen der Redflags-Kolumnistin Sherri Tenpenny in „Eliminating Bird Flu Fears: 10 Facts You Need To Know“, auf die ich in meinem Kommentar Vogelgrippe: Tatsachen statt Hysterie am 5.11.2005 hingewiesen habe. (Zugang zum Artikel auf www.redflagsdaily.com siehe im angegebenen Kommentar.)

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