Fokus Energiewende

Energiewende im Süden vom September 2004 war der Versuch einer kompakten Darstellung der "Ist-Situation" in den Entwicklungsländern.

Im Lauf der Jahre habe ich mich mit einer breiten Palette von "Energiethemen" befasst, siehe Navigation rechts inkl. Peak oil bzw. den Text auf dieser Seite.

Unter energie - weblinks gibt es Links zu Websites, Studien und Dokumenten (mittlerweile aktualisierungsbedürftig).

Weblog Energie
Biokraftstoffe und Klima: Hohe Risiken (5.5.2007)
Kohle gewinnt strategische Bedeutung (26.5.2006)
Venezuela/USA: Szenen einer (Zwangs-)Ehe [26.2.2006]
Energiewende im Web: The Energy Blog [1.11.2005]
Windenergie/Fliegende Kraftwerke [15.10.2005]
Kommentare zum Thema Peak oil siehe peak oil - Übersicht bzw. Weblog/Energie.

Eine weltweite "Energiewende" hin zu erneuerbaren Energien kann entweder mit dem Vorsorgeprinzip - zur Vermeidung zu starker Klimaschwankungen - oder mit den katastrophalen Folgen einer vorzeitigen Verknappung von Öl und Gas begründet werden (dazu siehe u.a. den Bereich peak oil).

Selbst ohne diese Bedrohungen würde ich dafür plädieren - es ist einfach die intelligentere Lösung.

Nicht ohne China und Indien
Ohne Einbeziehung der Entwicklungsländer muss eine Energiewende aber klarerweise scheitern - insbesondere was China und Indien betrifft. Das illustrieren Prognosen der Zunahme der weltweiten CO2-Emissionen wie die der Energy Information Administration (EIA) der USA: Zwischen 2003 und 2030 könnten sie von 25 auf 43,6 Milliarden Tonnen steigen, wobei mehr als zwei Drittel des Zuwachses (12,7 Mrd. oder 68 Prozent) auf die Entwicklungsländer (ohne Reformländer) entfallen.


Die Daten der Grafik entstammen dem Kapitel 7 des International Energy Outlook 2006 der EIA; die aktuellen Daten gibt es unter diesem Link: Kapitel 7 des International Energy Outlook.

Die gute Nachricht: Seit dem ursprünglichen Verfassen dieser Einleitung (2004) haben erneuerbare Energien im Kontext steigender Ölpreise einerseits, technologischer Fortschritte und Preisreduktionen bei Wind- und Sonnenenergie andererseits weltweit an Bedeutung gewonnen, auch im Süden und insbesondere in China (v.a. Windenergie).

Die schlechte Nachricht - abgesehen vom Shale Gas-Boom ("Schiefergas") in den USA, der derzeit (Anfang 2012) die Gaspreise in Nordamerika niedrig hält - betrifft die zunehmende Bedeutung der Kohle, des aus Sicht des Klimaschutzes "schlimmsten" fossilen Energieträgers, gerade in China und Indien (siehe Grafik rechts, "Asia Pacific").

Leider brauchte man kein Prophet zu sein, um diese Entwicklung vorherzusagen, wie ich es in dem von mir gestalteten Schwerpunkt zum Thema Kohle im Südwind Magazin vom Mai 2006 getan habe (Links zu den Beiträgen siehe linke Spalte).

Umso schlimmer daher auch, dass es um die Notlösung für dieses Problem - Sequestrierung der CO2-Emissionen (Wikipedia), englisch "Carbon capture and storage - CCS", auch nicht viel besser bestellt ist als vor sechs Jahren.

Ein mehr als ambivalante Entwicklung der letzten Jahre war auch die weltweite Expansion der Produktion so genannter Biokraftstoffe der ersten Generation, d.h. auf Basis von Nahrungspflanzen. Auch damit habe ich mich im Rahmen eines Schwerpunkts im Südwind Magazin auseinandergesetzt, und zwar im Mai 2007.

Der Ausbau der Palmölproduktion, aber auch die Erweiterung der Anbauflächen etwa von Zuckerrohr und Soja zur Energiegewinnung ist vor allem über Landnutzungsänderungen möglicherweise mit weit mehr Treibhausgas-Emissionen verbunden als dadurch "eingespart" werden kann.

Im Wesentlichen verdankt sich der Boom m.E. nicht dem Klimaschutz, sondern den "segensreichen" Auswirkungen auf den von der Handelsliberalisierung bedrohten Landwirtschaftssektor in den reichen Ländern. Das war bereits vier Jahre davor zu erkennen. Im Südwind-Artikel Zuckerfantasien (2003) - habe ich mich - leicht ironisch - damit befasst, dass die "Energierübe" einen Ausweg für die von der Reform der EU-Zuckermarktordnung ( = steigende Importen von Rohrzucker, v.a. aus Brasilien) bedrohten RübenproduzentInnen darstellen könnte.



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Letzte Änderung: 10 05 2017

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