geld/geldreform: zu den texten

In den vier Texten von ersparnisse und investitionen bis zweischneidiges schwert gehe ich von einem weitverbreiteten Irrtum über den Zusammenhang von Ersparnissen und Investitionen aus, um das für das Wirtschaftswachstum grundlegende Phänomen der Geldschöpfung und die damit verbundenen Probleme darzustellen.

Dieser Irrtum oder Trugschluss ist alles andere als eine Nebensache. Der gesamte Wirtschaftsprozess wird damit auf den Kopf gestellt: Nicht Investitionen werden als Wirtschaftsmotor verstanden, sondern das Sparen! Es wird der Eindruck erweckt, das rein monetäre Phänomen des Sparens sei identisch mit einer Realinvestition, d.h. dem Ersatz oder der Neuschaffung von Produktionsmitteln oder Infrastruktur (m.E. sind übrigens auch Wissen/Know-how als Produktionsfaktoren zu verstehen).

Im abschließenden fünften Text, bubble trouble (geschrieben 2004), attestiere ich insbesondere der US-Wirtschaft, sich in eine "Blasenökonomie" verwandelt zu haben, und warne vor den schwerwiegenden Folgen des Platzens der "Blasen". Dort gibt es auch direkte Links zu meinen diesbezüglichen Komentaren im Blog (blog bubble trouble).

Unter kunstprojekt: was ist geld? verweise ich kurz auf ein Projekt eines britischen Künstlers, das in amüsanter Weise das gängige paradoxe Verständnis von "Geld" aufzeigt. Leider scheint das Projekt - zumindest die Website - "eingeschlafen" zu sein, mutmaßlich aus Mangel an Geld ...

geldreform

Im Rahmen des Themas "Geldreform" im Südwind-Magazin (Oktober 2003) habe ich mich u.a. mit den Ideen der in der linken Szene teilweise verpönten "Freiwirtschaft" (Der Kampf gegen den Zins) und dem Vorschlag eines "Vollgeldes" von Joseph Huber (Wider die Ohnmacht der Zentralbanken) auseinandergesetzt.

Zu diesem Thema steuerte Ernst Dorfner, dem ich für ganz zentrale "Aha-Erlebnisse" zu Dank verpflichtet bin, den Artikel Ausweg aus der Finanzierungsfalle bei. Darin präsentierte er die Idee der so genannten Taxos - vom Staat ausgegebener, übertragbarer Steuergutschriften, die im Sinne des Erfinders vorerst mithelfen sollen, die staatlichen Finanznöte zu mildern.

Der Staat könnte damit Aufträge zur Erbringung von Leistungen erteilen bzw. vorfinanzieren, ohne sich bei einer Bank oder auf Anleihenmärkten verschulden oder auf den Eingang von Steuerzahlungen warten zu müssen. Diese Taxos würden, sobald sie von Steuerpflichtigen zur Gegenrechnung mit ihrer Steuerschuld vorgelegt werden, wieder vernichtet werden. Taxos stellen also eine Möglichkeit dar, die Gesamtnachfrage zum Zeitpunkt X durch Vorziehung zukünftiger Einnahmen zu erhöhen. [Aufgrund jüngster Korrespondenz mit Ernst Dorfner habe ich nun aber den Eindruck, dass der beabsichtigte Wirkungszusammenhang indirekter zu sein scheint. (30.11.2005)]

Näheres zur Taxos-Idee gibt es unter www.taxos.info. Ich hege allerdings einige Bedenken, was die praktische Umsetzbarkeit der Idee betrifft. Einige Überlegungen dazu habe ich in meinem Weblog unter Taxos: Eine skeptische Betrachtung veröffentlicht.

Nach dem Kommentar von Ernst Dorfner im Weblog entwickelte sich eine Diskussion zum Thema, deren vorläufige Ergebnisse ebenfalls im Weblog nachzulesen sind: Taxos: Skepsis angebracht oder nicht?.



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Letzte Änderung: 10 05 2017


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