[April 1999]

Gespenst Verschwörung?

Paul Krugman, Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Als Professor für Ökonomie neige ich natürlich zur Ansicht, daß man üblicherweise mehr lernt, wenn man die Daten gründlich analysiert, als wenn man sich nach angeblichen Insiderinformationen umhört. Doch Verschwörungen gibt es ab und zu wirklich. George Soros attackierte 1992 wirklich das britische Pfund; Yasuo Hamanaka von Sumitomo manipulierte wirklich einige Jahre lang den Weltkupfermarkt, und eine Clique von Hedge Funds wollte offenbar die Währung und die Börse in Hongkong in den Zangengriff nehmen. Ich habe sogar ein Gerücht gehört, wonach ein Typ aus Seattle versucht hat, ... (merkwürdig: mein Keyboard blockierte, als ich diesen Satz fertigschreiben wollte).

Aber keine Verschwörung könnte groß oder intelligent genug sein, mit dem ganzen Weltfinanzmarkt herumzuspielen. Oder doch? Bei einem kürzlichen Besuch in Australien hatte ich ein ziemlich gespenstisches Gespräch mit Regierungsvertretern. Worum ging es da? Man bestätigte mir, daß der Fall [des australischen Dollar] wirklich mit Hedge Funds zu tun hatte, die die Währung leerverkauften. Was ich nicht wußte war, daß einige Leute von den Hedge Funds den Australiern sagten, Widerstand wäre zwecklos - sie wären nur ein kleiner Stein in einem koordinierten Spiel gegen Australien, Neuseeland, Südafrika und Kanada, von Hongkong, Japan und China ganz zu schweigen.







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Letzte Änderung: 05 07 2007


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