Gentrifizierung in Wien – Sammelband (2019)

Dank Justin Kadi (u.a. urbanizm.net), Mara Verlič und der Arbeiterkammer Wien gibt es nun einen Überblick über die Gentrifizierungsprozesse in Wien in Buchform, erschienen im Mai 2019. Sollte von allen Interessierten (und Betroffenen) gelesen werden – einfach herunterladen!

Studien, Daten, Hintergründe zum Wohnungs- und Immobilienmarkt

Der Band erschien in der Studienreihe: Stadtpunkte der Arbeiterkammer Wien.
Stadtpunkte 27 – GENTRIFIZIERUNG IN WIEN. Perspektiven aus Wissenschaft, Politik und Praxis
Mai 2019, herausgegeben von Justin Kadi und Mara Verlič.

Download (pdf): Stadtpunkte 27.

Die Existenz dieses Sammelbandes ist mir völlig entgangen, obwohl sein Erscheinen auf dem im Wesentlichen von Justin Kadi betriebenen Blog urbanizm.net angekündigt wurde (auf den ich hier von Anfang an einen Link gelegt habe).

Ich werde diesen Beitrag zum Sammelband noch durch inhaltliche Kommentare ergänzen. Vorerst empfehle ich drei Abschnitte, die beiden letzteren, weil sie sich direkt auf die Gentrifizierungsprozesse im Yppen-/Brunnenviertel beziehen:

Gentrifizierung am privaten Wiener Mietwohnungsmarkt, von Justin Kadi und Mara Verlič, S. 35-49

Raum zum Leben, Denken, Handeln. Über die Verfügbarkeit von Raum als Basis einer gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung, von Elke Rauth, S. 115-124 (Schwerpunkt Yppenplatz)

Gentrifizierungsprozesse im öffentlichen Raum: Grenzziehungen und Exklusionsmechanismen, von Katharina Hammer und Judith Wittrich, S. 125-140. Hier wird auch das (ehemalige) Kunstprojekt mo.ë in der Thelemangasse 4 thematisiert.

Airbnb & Gentrifizierung

Die dauerhafte Vermietung von Wohnungen über Airbnb ist einer der Faktoren, die Verdrängung und Gentrifizierung vorantreiben – mit Sicherheit auch hier im Yppen-/Brunnenviertel. Das geht aus einer Studie der Aktivitäten von Airbnb in Wien von 2017 hervor.

Studien, Daten, Hintergründe zum Wohnungs- und Immobilienmarkt

Airbnb, eines der Flaggschiffe der so genannten “Sharing Economy”, macht sich auch in Wien breit. Was da so alles los ist, wurde in einem Forschungsprojekt unter Leitung von Roman Seidl, Leonhard Plank und Justin Kadi unter die Lupe genommen: „Sharing-Ökonomie des Wohnens – Airbnb in Wien, räumliche und ökonomische Entwicklungslinien“. Die Ergebnisse des Projekts sind online verfügbar: Airbnb in Wien – eine Analyse. Basis war das Airbnb-Angebot im August 2017.
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Kurz, Strache & Co: Ein Herz für VermieterInnen

Schon Rot-Schwarz hat in Sachen leistbare Wohnungen nichts zustande gebracht. Und das schwarz-blaue Regierungsprogramm zum Thema Wohnen sieht fast aus wie der Wunschzettel der Immobilienbranche, wie Justin Kadi auf urbanizm.net zeigt.

Studien, Daten, Hintergründe zum Wohnungs- und Immobilienmarkt

Das ist bereits an Überschriften wie “Marktkonforme Mieten”, “Abschaffung des ‘Mietadels'”, “Aufhebung des Verbots des Lagezuschlags in Gründerzeitvierteln” zu erkennen, auf die Justin Kadi in seinem Beitrag Regierungsprogramm: was bringt es für MieterInnen? näher eingeht. Das alles wird dem ständigen Auftrieb der Wohnkosten weiter Vorschub leisten und v.a. in Wien Gentrifizierungs- und Segregierungsprozesse vorantreiben.
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Abrisse, Neubauten, Sanierungen, Dachböden: Ein Schnappschuss

Der nachstehende Plan ist ein Schnappschuss der “Aufwertung” im Brunnen-/Yppenviertel und Umgebung, mit farblicher Kennzeichnung der mir bekannten Projekte der letzten Jahre (inkl. Geplantes).

Abrisse, Neubauten, Sanierungen, Dachbodenausbauten im Brunnen-/Yppenviertel, Stand Juni 2017

Legende: Rot = Abriss bzw. Neubau; Violett = Sanierung (u.a. “Sockelsanierung”); Blau = Dachbodenausbau; Gelb = Geplante Sanierungen/Neubauten, soweit bekannt.

Die Ziffern 1, 2, und 3 bezeichnen Projekte der gemeinnützigen Neuen Heimat bzw. der Gewog – schon fast ein kleines Imperium, das hier entsteht, inklusive der Unternehmenszentrale im Büroturm “Hernalser” am Gürtel. Das gelb markierte Objekt in der Brunnengasse 54-56 mit dem Hürpas-Supermarkt steht noch, der Neubau soll 2019 fertiggestellt sein.
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Steuergeld für Dachbodenausbau: Hauptsache Schwung

Während Angebot und Nachfrage am Wiener Wohnungsmarkt weiter auseinanderklaffen und Immobilienfachleute vor einem weiteren Preisauftrieb warnen, hält die Gemeinde Wien unbeirrt an ihrer Aufwertungspolitik fest: Hauptsache, es kommt Schwung rein (Wohnbaustadtrat Ludwig).

Die Aufwertungsstrategie der Gemeinde Wien ist ja nichts Neues (siehe meine kritische Bewertung unter Aufwertung alla Viennese), aber ab und zu muss offenbar wieder mal die Trommel gerührt werden. Diesmal auf meinbezirk.at, unter dem treffenden Titel Finanzspritzen für die Hausherren, meinbezirk.at, 23. 1. 2017).
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2017: Österreichweit Preisschub im Billigsegment (Miet- und Eigentumswohnungen)

In Österreich ist 2017 ein kräftiger Anstieg der Preise von billigen Miet- und Eigentumswohnungen (Monatsmiete unter 600 Euro oder Kaufpreis unter 200.000 Euro) zu erwarten, warnte die Immobilienfirma Remax Austria Anfang Jänner – im Durchschnitt um 5,1 Prozent.

Studien, Daten, Hintergründe zum Wohnungs- und Immobilienmarkt

Hauptgrund ist das anhaltende Auseinanderklaffen von Nachfrage und Angebot in diesem Preissegment.

Dies trifft insbesondere auch auf Wien mit dem erwarteten Bevölkerungswachstum um 200.000 Menschen in den nächsten zehn Jahren zu, wie Remax-Experte Wilhelm Fetscher konstatiert.
„Obwohl aktuell schon sehr viel in Wien gebaut wird, es steht ja quasi beinahe an jeder zweiten Ecke ein Baukran, ist es immer noch zu wenig“, sagt Fetscher.

Und noch ein interessantes Detail zum Thema Vorsorgewohnungen: Viele zur Anlage gekaufte Wohnungen stünden leer, „weil sie zu den geforderten Mietpreisen aktuell keine Mieter finden“, wie Fetscher anmerkte.

Siehe u.a. Preisschub bei billigen Wohnungen (Die Presse, 3.1.2017) sowie die Remax-Presseaussendung zu Wien (REMAX Presseinformation Wien (2. 1. 2017).

Bezahlbarer Wohnraum: Vortrag auf Radio derive

Auf derive – Radio für Stadtforschung ist heute ein Vortrag von Christoph Reinprecht über kommunale Strategien für bezahlbaren Wohnraum in Wien zu hören. Titel: “Das ‘Wiener Modell’ oder das Ende einer Legende”.

Sendetermin: 6. Dezember 2016, 17.30 Uhr, o94.at (ORANGE 94.0).

Anhören kann man sich’s aber bereits hier: cba.fro.at/329781

Die Sendung kann unter folgendem Link unbeschränkt nachgehört werden: cba.fro.at/series/derive-radio-fuer-stadtforschung