65 plus: Keine Übersterblichkeit in Kalenderwoche 5

In der Altersgruppe 65 plus ist in Österreich in Kalenderwoche 5 keine Übersterblichkeit im Vergleich zum Schnitt der Jahre 2018-2020 zu verzeichnen. In den ersten fünf Kalenderwochen 2021 liegt die Zahl der Todesfälle älterer Menschen zudem weit unter den Werten während der Grippewelle 2017.

Im Vergleich zu den Jahren 2018 bis 2020 (ohne Effekte der Grippewelle 2016-2017) ist in KW 5 2021 (1.2. – 7.2.2021) erstmals keine Übersterblichkeit in der Altersgruppe 65 plus zu verzeichnen. Siehe rote Linie in der nachstehenden Grafik von Statistik Austria, Sterbefälle 65 plus, Statistik Austria.

Die Auswirkungen der Covid-19-Epidemie auf die Sterblichkeit der hauptbetroffenen Risikogruppe sind also derzeit so gering, dass sie nicht mehr von den Folgen der üblichen, in dieser Jahreszeit vorherrschenden Erkältungskrankheiten zu unterscheiden sind – zumindest in “normalen” Jahren. Tatsächlich liegt die Zahl der Todesfälle in dieser Altersgruppe sogar deutlich unter den Zahlen, die in der schweren Grippewelle 2016/17 verzeichnet wurden (8.528 vs. 9.386) – es gab 2021 um rund 850 Todesfälle weniger in diesem Zeitraum als 2017.

Die praktisch “normale” Sterberate ist insofern überraschend, als die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) auch für die Kalenderwoche 5 noch rund 194 Covid-19-Todesfälle (gestorben “mit oder an” Covid-19) in dieser Alterskohorte ausweist. (Stand 21.2.2021, Neu gemeldete Fälle für Österreich; errechnet auf Basis des Anteils dieser Altersgruppe an den Covid-19-Todesfällen bis 24.1.2021, siehe Ages – Coronavirus, Abschnitt Sterblichkeit).

Zieht man die offiziellen Covid-19-Todesfälle ab, gab es 2021 in zwei Kalenderwochen sogar eine signifikante Untersterblichkeit: um 123 weniger Todesfälle in KW 2 bzw. um 182 weniger Todesfälle in KW 5 (jeweils im Vergleich zum Schnitt der Jahre 2018-2020).

Eine Erklärung für dieses Phänomen wäre, dass viele ältere Menschen, die sonst in den ersten fünf Kalenderwochen des laufenden Jahres gestorben wären, bereits 2020, also “vorzeitig” gestorben sind. Diese Todesfälle hätten dann die Sterblichkeit zum Jahresende 2020 erhöht, würden aber nun in der Statistik fehlen.

Eine “normale” Sterblichkeit ist jedenfalls auch für die Kalenderwoche 6 (8.-14.2.) zu erwarten, da die von Ages für diese Woche gemeldeten Covid-19-Todesfälle unter den Zahlen für die KW 5 liegen.

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