Facebooks Libra-Projekt – Einschätzung von Joseph Huber

Joseph Huber, bekannt als Verfechter einer Vollgeld-Reform, die den Banken die Geldschöpfungsfähigkeit entziehen würde, hat eine erste – kritische – Einschätzung des Privatwährungsprojekts Libra veröffentlicht.

Lesenswert, wie das meiste aus seiner Feder. Link zum Beitrag auf seiner Website:

Die Libra – Facebooks Projekt einer privaten globalen Digitalwährung. Eine Einschätzung

Auszüge aus dem Text:

Werden wir eines Tages dann auch noch für Facebooks Schattendollars geradestehen müssen? Möglicherweise Ja. Wenn sich die Dinge nach dem bisher angelegten Pfadverlauf fortsetzen, werden sich Regierungen und Zentralbanken über kurz oder lang in der Verlegenheit wiederfinden, auch die Libra stützen und für sie bürgen zu müssen, gerade so wie sie seit der Krise 2007/08 Geldmarktfonds und Bankengeld durch Quantitative Easing (ultralockere Monetisierung von Schulden) und Mehrverschuldung retten mussten, um einen allgemeinen Zusammenbruch der Wirtschaft zu verhindern. (…)

Dass man die schrittweise Privatisierung der Geldhoheit souveräner Staaten so lange und so weit hat treiben lassen, offenbart einen Mangel an Verständnis für die Geldhoheit als einer staatlichen Prärogative von Verfassungsrang. Andere solche Prärogativen wie Gesetzgebung, Recht­sprechung, Gebiets­ver­walt­ung, Steuermonopol und Gewaltmonopol versteht man meist besser. Ohne diese Hoheitsrechte kann ein Rechtstaat, zumal ein freiheitlicher und demokratischer, nicht funktionieren.

Siehe u.a. auch meinen kurzen Beitrag (Oktober 2010) Finanzkrise: Besser gleich an der Wurzel packen, in dem ich sein Buch “Monetäre Modernisierung. Zur Zukunft der Geldordnung” vorgestellt habe, und meinen Artikel (Oktober 2003): Vollgeld – wider die Ohnmacht der Zentralbanken.

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