„Jobwunder“ in Deutschland, entzaubert

Weit mehr Erwersbtätige, viel weniger Arbeitslose: Diese Entwicklung in Deutschland wird oft als „Jobwunder“ bezeichnet. Was sich dahinter verbirgt, hat Markus Krüsemann auf www.miese-jobs.de analysiert.

Ein wichtiger Ausgangspunkt der Analyse sind die Daten zum Arbeitsvolumen, die auch hierzulande großteils ignoriert werden – siehe meinen letzten Beitrag Österreich: Negative Wirtschaftsdaten weitgehend ignoriert.

Wie in Österreich ist das Jahresarbeitsvolumen pro erwerbstätiger Person in Deutschland mittelfristig stark gesunken und stagniert seit 2013, trotz des gefeierten Aufschwungs.

Auch insgesamt gibt es nicht mehr Arbeit, sie wird bloß anders verteilt – und auf dem Arbeitsmarkt herrscht weiterhin eine ausgeprägte Machtassymetrie zugunsten der Arbeitgeber.

Auszüge:

Den großen Treiber für das Jobwachstum jenseits der Normalarbeit stellt mit Abstand allerdings die sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung dar.

Wohin sind die Arbeitslosen verschwunden?
Nicht einmal neun Prozent der Arbeitslosen wechselten auf eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung und nur weitere 18 Prozent fanden Arbeit in einem Teilzeitjob oder einer geringfügigen Beschäftigung. Insgesamt wechselten mehr als 37 Prozent der Arbeitslosen in atypische Beschäftigungsverhältnisse, während weitere 28 Prozent sich in den Ruhestand. verabschiedeten.

Fazit: (…) So entpuppt sich das Arbeitsmarktmirakel der vergangenen Jahre größtenteils als gigantische Umverteilungsmaschinerie. Wenn auf immer mehr Erwerbstätige pro Kopf immer weniger Arbeitsstunden entfallen, dann ist Arbeit nicht neu geschaffen, sondern nur umverteilt worden. Das bedeutet, auch weiterhin ist nicht genug Arbeit für alle Erwerbswilligen vorhanden.

Link zur Analyse: Das Jobwunder – ein entzauberter Popanz

Eine gekürzte Version erschien auf dem Blog von Norbert Häring:
Kein Jobwunder.

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