Energiewende im Web: The Energy Blog

Zu gut, um unerwähnt zu bleiben: Eben habe ich eine ausgezeichnete (englischsprachige) Informationsquelle zur Energiewende im Web gefunden: “The Energy Blog”.

Aus der Beschreibung des Blog (meine – schnelle – Übersetzung):

“The Energy Blog soll ein Ort zur Präsentation aller Energiethemen sein und als Diskussionsgrundlage dienen. Ich begann, mich mit dem Thema Peak oil auseinanderzusetzen und erkannte, dass der Zeitpunkt von Peak oil weit umstrittener war als ich angenommen hatte. Die Konsequenzen von Peak oil werden gelinde gesagt schlecht verstanden, und ich hoffe, dieser Blog trägt dazu bei, diese Konsequenzen und die Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung abzuklären. (…) Der Schwerpunkt dieses Blog liegt auf den Technologien, die Öl ersetzen werden müssen, und nicht auf der Auseinandersetzung mit Peak oil, worüber ohnehin ausreichend berichtet wird. (…) Ich hoffe, diese Site wird eine nützliche Informationsquelle für alle sein, die sich über die Energierevolution informieren möchten. ”

Dem kann ich mich nur anschließen. Infos zu James Fraser, dem Betreiber des Blog, gibt’s unter:
thefraserdomain.typepad.com/about.html

Siehe u.a. auch peak oil sowie Energiewende im Süden auf dieser Site.

WTO/Doha: Wolfowitz als Märchenerzähler

Die Doha-Runde der WTO kriselt. Hoch an der Zeit, die PR-Anstrengungen zu verdoppeln: Diesmal ist wieder Weltbankpräsident Paul Wolfowitz an der Reihe, das Märchen von der Entwicklungsrunde zu erzählen.

“Alle müssen mehr tun, damit die Doha-Runde ein Erfolg wird”, mahnt Weltbankpräsident Paul Wolfowitz in einem eben veröffentlichten Kommentar in der Financial Times vom 24.10.2005 (Everyone must do more for Doha to succeed (Nur für Abonnenten; lesbar in den Development News der Weltbank). Und wann ist sie ein Erfolg? Wenn sie Menschen in armen Ländern ermöglicht, mehr von ihren Produkten im Ausland zu verkaufen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und ihre Einkommen zu steigern, so Wolfowitz. Womit er die WTO als Entwicklungshilfeprojekt im großen Stil positioniert – etwas abwegig, wie dem Rest des Kommentars auch problemlos entnommen werden kann.

Für Uneingeweihte
Im Rahmen der so genannten Doha-Runde im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO versuchen die reichen Länder, allen voran die EU und die USA, die Entwicklungsländer mit dem Zuckerbrot einer Öffnung ihrer Landwirtschaftsmärkte dazu zu bringen, ihrerseits ihre Märkte für Dienstleistungen, Industrie und Landwirtschaft zu liberalisieren.

Das Ganze läuft unter dem modischen Etikett der Armutsbekämpfung, und die ganze Runde wurde zur “Entwicklungsrunde” erklärt.

Was ist das Zuckerbrot der Landwirtschaftsmärkte im Norden wert? Sehr wenig – 20 Mrd. Dollar vielleicht und das erst in neun Jahren (auf Basis eines früheren Verhandlungsvorschlags). Siehe Viel Lärm um nichts (Südwind-Artikel, Mai 2003).

Nach diesem einführenden Nonsens kommt Wolfowitz aber gleich zur Sache: Handel, nicht Hilfe werde armen Ländern Wachstum ermöglichen; nur Schulden zu erlassen werde das nicht schaffen (tertium non datur, offenbar – Binnenmärkte sind nur für ausländische Unternehmen da?).

Da die Handvoll Länder, denen bisher “großzügig” Schulden erlassen wurden, nachdem sie jahrelang über Zinsen und Zinseszinsen ausgeplündert wurden (besonders kleine Länder in Afrika südlich der Sahara), wegen angebotsseitiger Probleme nicht gerade mit Exportprodukten in den Löchern scharren (siehe meinen Artikel zur EU-Initiative Everything but arms), wechselt Wolfowitz lieber den Kontinent – und wendet sich Brasilien zu. Die 20 Millionen Menschen dort, die mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen müssen, erzählt Wolfowitz, hoffen auf offenere Landwirtschaftsmärkte in den reichen Ländern, um aus der Armut zu entkommen.

Frecher Unsinn: Genau der Grund und Boden, den Millionen Landlose in Brasilien gerne bebauen würden, um sich selbst und lokale Märkte zu versorgen, wird von großen agroindustriellen Exportproduktionen besetzt. Und Brasilien muss die Interessen seiner großen Agroexporteure vertreten, weil dem Land seine Schulden eben NICHT erlassen wurden – stattdessen geht es um jeden Exportdollar, um neben dem Schuldendienst auch noch Importe finanzieren zu können. [Siehe u.a. Zwischen Binnenmarkt und Exportboom, Lula und die Landlosenbewegung (www.infoterra.ch) sowie meinen Artikel für das Südwind Magazin Quo vadis, Lula? (Dezember 2002).]

Sich mit dieser Spielart der Unmoral zu befassen, ist aber inopportun. Moralische Appelle dagegen nicht: Unmoralisch seien, so Wolfowitz, vor allem die Subventionen für die Landwirtschaft der reichen Länder – die er dann, ebenso oft wiederholt wie irreführend, mit 280 Mrd. Dollar beziffert und dann noch in einem Zug andeutet, dass der Welthandelsanteil Afrikas genau deshalb in den letzten 30 Jahren von 3,5 Prozent auf weniger als 2 Prozent gesunken wäre.

Dieser Betrag ergibt sich übrigens nur, wenn den tatsächlichen Subventionen – vielleicht ein Drittel davon – kalkulatorische Kosten aus der Differenz des internen Preisniveaus zu Weltmarktpreisen hinzugerechnet werden. Generell dazu siehe u.a. The $300 Billion Question: How Much Do the Governments of High-Income Countries Subsidize Agriculture?. (Mittlerweile – Sommer 2008 – ist das Dokument nicht mehr frei zugänglich.)

Allgemein bekannt ist dagegen, dass vor allem der Welthandel mit Industrieprodukten dramatisch zugenommen hat, während Afrika südlich der Sahara auf seinen Rohstoffexporten kleben blieb und durch übereilte Liberalisierung noch dazu de-industrialisiert wurde.

Und genau in diesem Stil soll es weitergehen, so Wolfowitz: Im Gegenzug zu einer Öffnung der Landwirtschaftsmärkte im Norden müssten die Entwicklungsländer ihre Märkte für Dienstleistungen und Industrieprodukte öffnen und ihren Schutz der eigenen Landwirtschaft herunterfahren. Krönender Abschluss: Geschieht das nicht und scheitert die Doha-Runde, dann würden die armen Länder am meisten darunter leiden. Mit anderen Worten, dann sperren die reichen Länder die Produkte der armen erst recht aus. “Eine widerliche Art der Erpressung” nannte das Martin Khor vom Third World Network schon vor Seattle 1999 (Siehe Interview Zynische Taktik der reichen Länder (Dezember 1999).

The more things change, the more they stay the same …

Grundeinkommen – Geldillusion, Inflation, Wachstum

In der Debatte um ein bedingungsloses, existenzsicherndes Grundeinkommen existieren unterbeleuchtete Aspekte, etwa mögliche inflationstreibende Effekte. Das Problem mit dem Wachstumszwang kann ein Grundeinkommen ohnehin nicht lösen.

Viele VerfechterInnen der Einführung eines bedingungslosen, existenzsichernden Grundeinkommens betrachten das zu lösende Problem scheinbar bloß als eines der Verteilung. Dabei wird der “Reichtum” unserer Gesellschaft als “Geld” gedacht, und dieser Reichtum ließe sich daher umverteilen, indem das Geld anders verteilt wird.

Diese Vorstellung beruht auf einer “Geldillusion”. Der Reichtum der Gesellschaft besteht mitnichten aus “Geld”, sondern aus Produkten und Leistungen, die auf gegenwärtiger oder vergangener Arbeit beruhen. Dass ein Verteilen von Geld bereits eine Verteilung des Reichtums sei, ist daher ein Trugschluss.

Zumindest Götz W. Werner, Gründer der dm Drogeriemärkte und ein prominenter Befürworter eines solchen Grundeinkommens, dürfte diesem Trugschluss so nicht unterliegen – siehe etwa das in brand eins 3/2005 erschienende Interview “Wir leben in paradiesischen Zuständen”, in dem er seine Vorstellungen präsentiert.

Werner: “Zum anderen kann ich von meinem Einkommen nicht leben – es sei denn, ich esse Euro-Scheine oder Kreditkarten. Ich bin darauf angewiesen, dass andere für mich arbeiten und konsumfähige Güter und Dienstleistungen herstellen, so dass ich Brot, Milch, Eier, Zucker oder Käse kaufen kann.”

Werner unterscheidet korrekt zwischen den Quellen des Reichtums und dem Mittel zur Aneignung desselben, nämlich Geld, und fordert eine Entkoppelung von (Lohn)Arbeit und Geldeinkommen: “Wenn aber die Menschen nicht mehr arbeiten müssen, weil Methoden und Maschinen das zu einem immer größeren Teil erledigen – dann müssen wir sie eben mit Einkommen versorgen.”

So weit, so logisch. Da unser “Reichtum” auf Arbeitsleistungen beruht und diese wiederum auf der Bereitschaft der Menschen, sie auch zu erbringen, stehen jedoch die potenziellen Auswirkungen eines solchen Grundeinkommens auf die Arbeits-/Leistungsbereitschaft im Zentrum der Kritik. Die Sorge ist die vor verbreiteten Produktionsausfällen und damit einhergehenden Wohlstandsverlusten. Diese Auswirkungen lassen sich naturgemäß nicht vorhersagen und konnten durch die bisher durchgeführten kleinräumigen Experimente auch nicht abgeschätzt werden.

Götz W. Werner gibt sich diesbezüglich optimistisch und erwartet eine große, freiwillige Leistungsbereitschaft; GegnerInnen des Modells sind natürlich extrem pessimistisch. Aber es wäre m.E. jedenfalls unrealistisch, eine Art glatten Übergang zu erwarten. Auch auf den Finanzmärkten und im Bankensektor wären wegen der erforderlichen Neubewertung von Vermögenswerten – Aktien, Kreditforderungen, Schuldtitel, inkl. Staatsschuldtitel etc. – erhebliche Turbulenzen zu erwarten. Die Zinssätze könnten wegen erwarteter Unternehmenszusammenbrüche, Kreditausfälle und steigender Inflation (siehe in der Folge) kräftig in die Höhe schnellen.

Dass ein Grundeinkommen je nach Finanzierungsmodell mit erheblichen inflationären Effekten verbunden sein könnte, wird nach meiner Kenntnis der Literatur meistens ausgeblendet. Diese Effekte könnten sich m.E. aus zumindest zwei Gründen ergeben:

1. Sofern nicht im Gegenzug alle anderen Transfer- und Sozialleistungen (inkl. Gesundheitsversorgung und Pensionszahlungen) ersatzlos gestrichen werden (ein m.E. bedenkliches Konzept, fast wie eine de facto Privatisierung der Gesundheitsversorgung!), wird sich die Abgabenquote je nach Modell um mindestens 10% des Bruttoinlandsprodukts oder mehr erhöhen. Sollen diese Mittel aus dem Produktionsprozess aufgebracht werden und nicht über eine deftige Erhöhung der Einkommensteuern, würden sich die Endprodukte entsprechend verteuern – wobei es in dieser Hinsicht belanglos ist, ob die Steuern von den EndverbraucherInnen (“Konsumsteuer”) oder an vorgelagerten Punkten der Wertschöpfungskette erhoben werden. Es sei denn, es gelingt, die Teuerung durch eine entsprechende Senkung der Lohnkosten zu kompensieren – was Götz Werner offenbar vorzuschweben scheint; dazu siehe gleich anschließend.

Bereits daraus ergeben sich je nach Einführungsverfahren einmalige oder schrittweise Preissteigerungseffekte, und die Kaufkraft eines Grundeinkommens von beispielsweise 1.500 Euro wäre bereits weit geringer als heute. Analoges gilt selbstverständlich für die Kaufkraft aller sonstigen Einkommen.

2. Preiserhöhungen sind aber jedenfalls bei Produkten/Dienstleistungen vorhersehbar, die Arbeitsleistungen erfordern, die niemand gerne erbringt und die daher weit besser bezahlt werden müssten als bisher. Natürlich nur, sofern das Grundeinkommen hoch genug ist, um monetäre Arbeitsanreize weitgehend zu beseitigen. Die Dimension – und sogar die Richtung – dieses Effekts hängt ja von der Höhe des Grundeinkommens ab: Geringe Grundeinkommen mit verbleibendem Arbeitszwang werden m.E. zu Recht als Mittel zum weiteren Ausbau des Niedriglohnsektors betrachtet (Schema zuwenig zum Leben, zuviel zum Sterben.)

Dass – unter der Voraussetzung eines hohen Grundeinkommens – im Gegenzug anderes im selben Ausmaß billiger wird (produziert werden kann) und damit das durchschnittliche Preisniveau unverändert bleiben würde, halte ich für eine Illusion. Wird weniger produziert bzw. bereitgestellt und das gleichzeitig auch noch zu höheren Preisen, nimmt der verteilbare Reichtum ab, und das verteilbare bzw. verfügbare Einkommen verliert dementsprechend an Kaufkraft/Wert. Ist die Höhe des Grundeinkommens noch dazu mit der Entwicklung des Verbraucherpreisindex verknüpft, um eine Entwertung des Einkommens durch Preissteigerungen zu verhindern, könnte daraus eine sich selbst anheizende Inflationsspirale entstehen.

In dieser Hinsicht ist es völlig unerheblich, ob das Grundeinkommen dazu führt, dass bisher fehlende Produkte und Leistungen außerhalb der Geldökonomie bereitgestellt werden (ein wichtiges Argument der BefürworterInnen). Solange die Finanzierbarkeit eines Grundeinkommens auf der Funktionsfähigkeit der Geldökonomie basiert, und das soll ja nach allen Konzepten so sein, darf ein Grundeinkommen die Geldökonomie nicht gefährden – also nicht die Kuh schlachten, die gemolken werden soll. Was zu einem letzten Punkt überleitet, zum Wachstumszwang.

Wachstumsproblematik bleibt außen vor

Die Betrachtung des Problems als eines der Verteilung beinhaltet eine weitere zwangsläufige Beschränkung: Verteilt werden kann nur etwas, was es bereits gibt (auch wenn ich Geld mit den altbekannten Mitteln der Notenpresse oder der Kreditschöpfung in die Welt setze, nimmt dadurch der verteilbare Reichtum nicht zu). Mit dem Problem, wie der gesamtgesellschaftliche Reichtum, in Geld bewertet, real zunehmen kann, befassen sich Grundeinkommensmodelle überhaupt nicht. Ein (bedingungsloses) Grundeinkommen, in welcher Höhe auch immer, kann daher auch das Problem mit dem Wachstumszwang unserer Geldökonomie nicht lösen.

Zweifellos könnte es dieses Problem aber mildern, insoweit große Schichten der Bevölkerung aus ihrem derzeit durch Geldmangel erzwungenen Konsumverzicht befreit werden – wir könnten mit einem einmaligen, wenn auch vorübergehenden Wachstumsschub rechnen (sofern es nicht, wie oben erwähnt, zu massiver Arbeitsverweigerung und damit zu einer Reduktion der verfügbaren Produkte und Leistungen kommt). Ist dieser ausgereizt, sind wir in punkto Wachstumszwang wieder dort, wo wir vorher waren – und genauso ratlos.

Eine umfangreiche Link-Sammlung zum Thema Grundeinkommen gibt es unter www.grundeinkommen2005.org.

Zum Wachstumsproblem siehe u.a. rätsel geldschöpfung und die Folgetexte sowie Gibt es eine – bessere – Alternative zum Kapitalismus?.

Windenergie – Fliegende Kraftwerke

Gestern hielt ich fliegende Windkraftwerke für eine Schnapsidee. Heute bin ich ein bisschen gescheiter.

Im Zuge einer Diskussion über die Vor- und Nachteile von Windkraftwerken mit zwei Freunden warf ich gestern spontan ein, dass es dann wohl am besten wäre, tausende Kraftwerke in großen Höhen im konstanten Jetstream herumfliegen zu lassen. Das erschien uns offenbar allen etwas phantastisch.

Aber kaum 20 Stunden später lerne ich dazu: Die Idee ist gar nicht neu und vielleicht sogar realistisch (wenn auch nicht im Jetstream). Denn beim Lesen der Kommentare zu einer anderen mutmaßlichen Schnapsidee – Total will u.U. Kernreaktoren bauen, um Öl aus kanadischen Ölsanden fördern zu können (Big oil getting desperate: Making oil with nuclear energy) finde ich einen Kommentar, der genau dieses Thema anspricht und auf eine Website verlinkt.

Und das ist der Link: www.skywindpower.com.

Die Sky WindPower Corporation (San Diego, Kalifornien) will die ursprünglich vom australischen Ingenieur Bryan Roberts entwickelte Technologie – Fluggeräte nach dem Hubschrauberprinzip – marktreif machen (Professor Roberts ist Honorary Chairman des Unternehmens).

Der Grund: “Unsere Zahlen zeigen, dass die Kosten der Energiegewinnung aus Wind in großen Höhen ohne Subventionen geringer sein sollten als die [einer Energiegewinnung] auf Basis fossiler Brennstoffe.” (Deutsche Version von mir.)
Den US-Patentantrag (2005) gibt es hier: Precisely controlled flying electric generators. Interessant, oder?

Zum Konzept von Bryan Roberts brachte übrigens GEO Anfang 2001 einen kurzen Artikel: Regenerative Energien: Strom aus den Wolken.

Alternativen: Die Taxos-Idee

Wer weder Kaputtsparen noch heillose Verschuldung, aber eine aktive Rolle des Staates befürwortet, sollte sich einmal mit der Taxos-Idee befassen.

Eines meiner Anliegen ist die Förderung einer Debatte über Alternativen zur aktuellen kapitalistischen Wirtschaftsweise (siehe warum ökonomie?). Konzepte anderer Geldformen und Geldsysteme gehören dazu. Im Rahmen des Themas “Geldreform” im Südwind-Magazin (Oktober 2003) habe ich mich u.a. mit den Ideen der in der linken Szene teilweise verpönten “Freiwirtschaft” (Der Kampf gegen den Zins) und dem Vorschlag eines “Vollgeldes” von Joseph Huber (Wider die Ohnmacht der Zentralbanken) auseinandergesetzt.

Zu diesem Thema steuerte Ernst Dorfner, dem ich für ganz zentrale “Aha-Erlebnisse” zu Dank verpflichtet bin, den Artikel Ausweg aus der Finanzierungsfalle bei. Darin präsentierte er die Idee der so genannten “Taxos” – vom Staat ausgegebener, übertragbarer Steuergutschriften, die im Sinne des Erfinders vorerst mithelfen sollen, die staatlichen Finanznöte zu mildern.

Der Staat könnte damit Aufträge zur Erbringung von Leistungen erteilen bzw. vorfinanzieren, ohne sich bei einer Bank oder auf Anleihenmärkten verschulden oder auf den Eingang von Steuerzahlungen warten zu müssen. Diese Taxos würden, sobald sie von Steuerpflichtigen zur Gegenrechnung mit ihrer Steuerschuld vorgelegt werden, wieder vernichtet werden. Im Wesentlichen handelt es sich also um vorgezogene Ausgaben.

Die Taxos-Idee hat sich mittlerweile insofern fruchtbar erwiesen, als es nun eine eigene Website dazu gibt: www.taxos.info.

Ich hege zwar einige Bedenken, was die Praktikabilität der Idee betrifft, bin aber noch nicht dazu gekommen, dieselben schlüssig zu begründen (vielleicht lösen sie sich dann auch auf). Jedenfalls ist es anregend, sich mit diesem Konzept auseinanderzusetzen – wozu ich hiermit einlade.

Welthandel/Doha-Runde

WTO-Background-Artikel zur Doha-Runde
Die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong im Dezember gilt als eine der letzten Chancen, die so genannte “Doha-Runde” auf Kurs zu halten. Ich habe eben meinen Südwind-Artikel zur Doha-Runde vom Oktober 2004 auf dieser Site neu veröffentlicht: WTO auf prekärem Kurs.

Obwohl ein Jahr vergangen ist, halte ich den Text als Background nach wie vor für brauchbar – so wenig hat sich in der Sache verändert!

Webtipp: Meine Empfehlung für alle, die sich über Themen der Globalisierung aus Sicht der Entwicklungsländer ziemlich aktuell informieren wollen, ist die Website des Third World Network (TWN) in Penang, Malaysia.