Unerklärte Übersterblichkeit 65 plus: Update für Kalenderwoche 50

Auch einschließlich der Kalenderwoche 50 besteht in Österreich weiterhin eine Übersterblichkeit in der Altersgruppe 65 plus, die nicht unmittelbar durch Covid-19 erklärbar ist. Es handelt sich um etwa 1.600 Todesfälle (untere Grenze).

Statistik Austria hat nach einer “Weihnachtspause” die Sterbefallzahlen bis inklusive Kalenderwoche 50 (7.-13.12.) veröffentlicht und die Gesamtbilanz für 2020 aktualisiert. Demnach sind in Österreich bis inklusive 13. Dezember 73.181 Menschen in der Altersgruppe 65 plus verstorben. Das sind um 6.290 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2017-2019 (66.891).(Grafik unter Sterbefälle nach Alter; Excel-Dateien dazu siehe Statistik Austria unter Gestorbene – Langfristiger Trend.)

Laut ORF/Ages-Daten vom 29. Dezember starben bis Ende der Kalenderwoche 50 5.016 Menschen in Österreich (alle Altersgruppen) an oder mit Covid-19 – siehe Screenshot.

Laut den Angaben zur Altersverteilung der Covid-19-Todesfälle auf der Ages-Website (Abschnitt Sterblichkeit) liegt der Anteil der Altersgruppe 65 plus bei etwa 93,48%. Das wären 4.689 Todesfälle im Gesamtjahr 2020 bis inklusive Kalenderwoche 50 gegenüber 6.290 “überzähligen” Todesfällen im selben Zeitraum laut Statistik Austria.

Daher sind rund 1.600 “überzählige” Todesfälle in der Altersgruppe 65 plus zu verzeichnen, die offenbar nicht mit einer Erkrankung an oder Infektion mit Covid-19 in Zusammenhang gebracht werden können.

Wahrscheinlich ist das Rätsel der unerklärten Übersterblichkeit sogar größer. Bei einem (unbekannten) Anteil der offiziellen Covid-19-Todesfälle (“mit” Covid-19-Infektion) ist nicht klar, woran diese Menschen tatsächlich gestorben sind. Selbst wenn bloß bei zehn Prozent dieser Todesfälle eine Covid-19-Infektion nur “hinzukam”, ohne die Todesursache zu sein, wäre derzeit ein Drittel (!) der Übersterblichkeit in der Altersgruppe 65 plus unerklärt.

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