Radfahren & Ressourcenverbrauch

Robert Poth

Radfahren ist nach dem Zufußgehen zweifellos die umweltfreundlichste Art, sich fortzubewegen. Ganz makellos ist die Ökobilanz natürlich nicht. Ein Beispiel: Bei einem Laufrad sind Speichen gerissen, und man pilgert in eine Radwerkstatt. Dort erfährt man, dass es nicht unbedingt sinnvoll ist, das Laufrad wieder in einen brauchbaren Zustand zu versetzen: Zahnkranz-Kassette abnehmen/montieren, Mantel- und Schlauchmontage, zentrieren etc. kommt teurer als gleich ein neues zu kaufen. Arbeitszeit hat eben – zu Recht – ihren Preis.

Aus diesem Grund landen regelmäßig fast neuwertige Laufräder auf dem Schrottplatz. Auch wenn im konkreten Fall der Großteil eingeschmolzen und wiederverwertet wird: Ressourcenverschwendung ist es allemal. Reparieren wäre besser, bleibt aber bei den gegebenen Preisrelationen ein Minderheitenprogramm.

Wenn man etwas nicht wegwerfen will, kann man aber auch etwas anderes daraus machen. Ich kam auf die Idee, alte Felgen mit LED-Streifen auszustatten und sie zu Steh- oder Hängeleuchten umzubauen. Bis zu den Leuchten aus Naben, Speichen, Kettenblättern und anderen Altmetallteilen war es dann nur mehr ein Schritt.

All die Teile, die knapp vor dem Verschrotten standen, haben nun als Leuchten noch eine fast unbegrenzte Lebensdauer vor sich. Leiste ich damit einen Beitrag zum Schutz der Umwelt? Einen ganz kleinen, wenn überhaupt. Aber vielleicht tragen meine Leuchten dazu bei, unseren verschwenderischen Umgang mit materiellen Ressourcen zu hinterfragen.

Mein Puch Clubman auf der Donauinsel
Ich fahre übrigens ein Puch Clubman, Baujahr wohl in den 1980er Jahren – es ist seit mehr als 20 Jahren mein Hauptverkehrsmittel. Ein langlebiges Produkt, auch die Schaltung (Shimano Positron FH 400) funktioniert noch klaglos. Die Kurbelgarnitur ist allerdings neu, und die “Verschleißteile” sind natürlich auch jüngeren Datums. Den blauen (harten) Originalsattel, der auf dem Foto nicht zu sehen ist, habe ich übrigens wieder montiert, nachdem sich zwei schaumgepolsterte Ersatzstücke relativ rasch “vertschüsst” hatten …

Kontakt
Robert Poth
Weyprechtgasse 6/11
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Tel.: 01 95 77 126
E-Mail: office@rpoth.at

Zu diesen Upcycling-Seiten: Ich bin auch als Journalist, Blogger, Lektor und Übersetzer tätig – darüber kann man z.B. hier etwas mehr erfahren. Diese Seiten habe ich als separate Inhalte in meinen Blog zu Ökonomie und Politik eingebaut (rpoth.at/blog).