robert poth – biografisches

[November 2020]

Ich arbeite seit 1989 als Übersetzer, Journalist und Lektor in Wien. Nebenbei befasse mich mich auch mit der Herstellung von Upcycling-Leuchten und Web-Design.

Als Journalist war und bin ich ausschließlich für Non-Profit-Medien tätig. Von 1989 bis 1992 war ich Mitglied der deutschsprachigen Redaktion der Nachrichtenagentur Inter Press Service in Wien, die leider mit Ende 1992 nach Deutschland verlegt wurde. Von 1998 bis Februar 2011 schrieb ich regelmäßig für das Südwind Magazin, überwiegend zu Wirtschaftsthemen. Meine Beiträge zum Südwind-Magazin als Autor sind auch auf rpoth.at/blog unter dem Schlagwort südwind zu finden. Ich übersetze aber weiterhin für das Magazin und lektoriere es seit Jahren.

Meine Tätigkeit als Übersetzer (in der Regel vom Englischen und gelegentlich Spanischen ins Deutsche, dann und wann auch vom Deutschen ins Englische) begann während meiner Zeit bei Inter Press Service. Diese Arbeit war und ist ebenso vielfältig wie meine Auftraggeber, ob aus dem gemeinnützigen Bereich oder im Privatsektor (Mobilfunk, Öl und Gas, Banken, Versicherungen, Konsumgüter, um einige Branchen zu nennen). Die Themen reichten vom Völkerstrafrecht und Vertragsrecht über Umweltschutz und Windenergie bis zur Konzernbuchhaltung. 2016 bzw. 2017/18 war ich an der Übersetzung zweiter kritischer Bücher zu Donald Trump ins Deutsche beteiligt.

Asylkoordination. 1994 nutzte ich spontan die Gelegenheit, ein Jahr für die asylkoordination österreich zu arbeiten (genauer gesagt erfolgten sowohl Angebot als auch Entschluss nach Mitternacht in einer Bar). Diese in Wien ansäßige Organisation versteht sich als Lobby für Flüchtlinge, AsylwerberInnen und MigrantInnen und kooperiert mit Personen und Organisationen in Österreich und in ganz Europa, die in der Flüchtlingsarbeit engagiert sind. (Wie die meisten spontanen Entschlüsse habe ich übrigens auch diesen nie bereut, ganz im Gegenteil.)

Gesellschaft für bedrohte Völker. 1985 gründete ich gemeinsam mit anderen engagierten Leuten die Gesellschaft für bedrohte Völker Österreich, eine Menschenrechtsorganisation für ethnische und religiöse Minderheiten. Ich war einige Jahre Vorstandsmitglied der Organisation und befasste mich schwerpunktmäßig mit der Situation der kurdischen Bevölkerung und anderer Volksgruppen bzw. religiösen Minderheiten im Nahen Osten.

Einer der Gründe, warum ich mich aus dem Vorstand zurückzog, war ein finanzieller: Ich konnte mir die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit schlicht und einfach nicht mehr leisten. Eines der späteren “Highlights” war meine Teilnahme an einer Beobachter-Delegation in die kurdischen Gebiete der Türkei rund um das kurdische Neujahrsfest (Newroz) am 21. März 1996. Einen von mir verfassten Bericht zu dieser Reise habe ich vor einiger Zeit ausgegraben und – ohne den offiziellen Teil – hier veröffentlicht: Reise in ein besetztes Land.

Echt kakanisch

Meine Herkunft ist typisch “österreichisch”: Geboren wurde ich 1958 in Graz in der Steiermark, die nach der offiziellen Landeshymne übrigens nach wie vor bis ins “Wendenland” (Wenden vulgo Windische = Slowenen) und zur Save reicht. Dazu passt meine Mutter, die in der ziemlich slawischen Südsteiermark aufwuchs (die Leute heißen dort Rebernig, Tscheritsch, Repolusk etc.) und auch Südtiroler Vorfahren hatte; väterlicherseits reicht’s ins Böhmische (siehe Unter Markschlag ), und es gibt einen italienischen Urgroßvater, dessen Weigerung, eine österreichische Baronin zu heiraten, ich meinen Nachnamen verdanke (sonst hieße ich Robert Piussi und nicht Robert Poth).