Mais: ein besonderes Getreide

Das Südwind-Magazin hat in der Ausgabe 9-10/2020 ein “Dossier” zu Mais veröffentlicht, zu dem ich grundlegende Daten und einen Beitrag zu aktuellen weltweiten Entwicklungen in Produktion und Handel beigesteuert habe.

Meine Beitrag: Wirtschaftsfaktor Mais
Mais dient großteils als Rohstoff der weltweiten Agro- und Fleischindustrie. Ihre Expansion bestimmt auch die Dynamik des Anbaus und des internationalen Handels.

Faktenseite: Mais – Fakten: Produktion, Anbauflächen, Verwendung

Was am Mais besonders ist (Beispiele)

  • Mais wird großteils als Futtermittel in der Tiermast und zur Erzeugung von Energieprodukten wie “Biogas” und “Bioethanol” verwendet, Letzteres insbesondere in den USA (als Treibstoffzusatz für Verbrennungsmotoren). Nur 12-13% dienen direkt der menschlichen Ernährung. Das ist einzigartig: Bei Reis sind es 80% und bei Weizen 68%.
  • Bloß 20 Prozent der Maismengen, die zu Ethanol oder Gas verarbeitet werden, würden ausreichen, die weltweite Unterernährung (Kalorienbedarf) zu beseitigen.
  • Die Länder in der Herkunftsregion des Getreides in Mittel- und Südamerika sind mittlerweile alle zu Nettoimporteuren von Mais geworden.
  • Angebaut werden fast ausschließlich Hybrid-Sorten
  • Mais ist das am meisten gentechnisch veränderte Getreide. Gentech-Mais dominiert in den USA, in Brasilien und in Argentinien.

Mais und “grüne” Gentechnik
Eine Diskussion der Sinnhaftigkeit der “grünen” Gentechnik bei der Züchtung und Erzeugung von Maissorten (Herbizid- und Schädlingsresistenz, Trockenheitstoleranz usw.) war nicht Gegenstand meines Auftrags.

Kurz dazu: Die Argumente gegen die Gentechnik in der Landwirtschaft im Allgemeinen beziehen sich entweder auf potenzielle negative Umweltauswirkungen (u.a. Gefahren für Ökosysteme) oder auf negative wirtschaftliche Auswirkungen (u.a. Abhängigkeit der MaisproduzentInnen von Saatgutfirmen). Die Frage der Umweltauswirkungen halte ich für weiterhin ungeklärt. Die wirtschaftlichen Auswirkungen verlieren m.E. allerdings an Bedeutung, da die ursprünglichen Patente auf Gentech-Maissorten (Monsanto, nunmehr Bayer) sukzessive auslaufen und zunehmend auch Sorten in Umlauf kommmen, die im Rahmen von Öffentlich-Privaten Partnerschaften entwickelt wurden und nicht teurer oder sogar günstiger als herkömmliche Hybridsorten sind.

Alternative: nachbaufähige Maissorten
Die in Zusammenhang mit Gentech-Mais meist erwähnten Probleme für marktorientierte ProduzentInnen (Zwang zum regelmäßigen Ankauf von Saatgut, dadurch bewirkte Verringerung der Erträge) bestehen m.E. unabhängig von den bei der Züchtung von Hybridsorten verwendeten Verfahren und Technologien.

Eine mögliche Lösung besteht in der Nutzung und Weiterentwicklung von Maissorten, die nicht nur ertragsstark, sondern auch “nachbaufähig” sind, d.h. die den ProduzentInnen ermöglichen, Saatgut aus eigenem Anbau zu verwenden.

Siehe u.a. Nachbaufähige Maispopulationen als Alternative zu Hybriden // Offen-abblühende, nachbaufähige Maispopulationen

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