Cybersecurity ist ein frommer Wunsch

Der weltweite digitale Raum scheint unsicherer als je zuvor. Dass wir gerade jetzt auch unsere persönlichsten Gesundheitsdaten vertrauensvoll ins Netz hochladen sollen, ist insofern ein erstaunliches Ansinnen.

CC0 Public Domain
Ist “Cybersecurity” ein Oxymoron, also ein Widerspruch in sich? Die Frage steht schon seit Jahren im Raum. Lässt man Revue passieren, was allein in den letzten Monaten passiert ist (Stichworte u.a. Cozy Bear und Hafnium), muss man die Frage mit ja beantworten.

Wie hoch der durch Datenlecks und erfolgreiche oder abgewehrte Hacking-Angriffe verursachte wirtschaftliche Schaden ist, bleibt letzlich im Dunkeln, da nicht nur betroffene Firmen guten Grund haben, solche Vorfälle geheim zu halten. Cybersecurityventures.com schätzt, dass die Kosten von Cyberkriminalität bis 2025 auf 10.500 Mrd. US-Dollar steigen werden (Cybercrime To Cost The World $10.5 Trillion Annually By 2025).

Wer soll diese enormen Summen bezahlen?

Wir natürlich, die Kundinnen und Kunden der Firmen, die uns ihre digitalen Dienste verkaufen. Und damit das auch in Zukunft sicher so bleibt, ist es am besten, uns einfach alle Alternativen zur Digitalisierung zu entziehen. Dann sind wir auf Gedeih und Verderb vom “Netz” abhängig – koste es (uns), was es wolle.

Es ist auffällig, dass bei all den Versuchen, uns die totale Digitalisierung als Heilsversprechen für die Zukunft anzudienen, Themen wie Cybercrime und die wachsende Unsicherheit im Internet keine Rolle spielen. Kein Wunder – das wäre kontraproduktiv. Das Ziel ist offensichtlich: Big Tech will seine zukünftige Profitabilität sicherstellen, und dass sich damit gleichzeitig ein lückenloses weltweites Überwachungssystem aufbauen lässt, hat offenbar durchaus den Segen der politischen Eliten – nicht nur in China.

Aber hier nun nur zur Illustration, was sich im digitalen Raum so alles abspielt: zuerst eine Auswahl von Beiträgen zum Thema Cybercrime / Hacking auf orf.at oder fm4.ORF.at seit Jahresbeginn, neueste Beiträge zuerst, gefolgt von einem Auszug aus den Statistiken zu Datendiebstahl und Hacker-Angriffen von varonis.com (Stand vom 22. Februar 2021).

Cybercrime & Hacking auf orf.at / fm4.ORF.at

  • Angriff auf Exchange-Server überlastet IT-Sicherheitsbranche – fm4.ORF.at 14.3.21
  • Microsoft Erpresser nutzen Schwachstelle aus – news.ORF.at 12.3.21
  • Warnung vor zweiter Angriffswelle auf Microѕoft-Exchange – fm4.ORF.at 10.3.21
  • Hackerangriff Tausende US-Organisationen betroffen – news.ORF.at 6.3.21
  •  
  • Bericht Hackerangriffe auf EMA kamen aus China und Russland – news.ORF.at 6.3.21
  • Vielfliegerdaten gehackt Lufthansa und Partner betroffen – news.ORF.at 5.3.21
  • DDoS-Attacke Österreichweite Ausfälle bei A1-Internet – news.ORF.at.html 18.2.21
  • Behörde berichtet von Cyberangriffen in Frankreich – news.ORF.at 16.2.21
  •  
  • Cyberkriminalität Homeoffice als Risikofaktor – news.ORF.at 15.2.21
  • UNO Nordkorea stiehlt in großem Ausmaß Kryptowährungen – news.ORF.at 10.2.21
  • Hackerangriff auf „Cyberpunk 2077“-Entwickler – news.ORF.at 9.2.21
  • ‘Grottenschlechte IT-Sicherheit’ bei Solarwinds – fm4.ORF.at.html 7.2.21
  •  
  • Palfinger ist „aktuell Ziel von Cyberangriff“ – news.ORF.at.html 25.1.21
  • Hackerangriff auf Zentralbank von Neuseeland – news.ORF.at.html 10.1.
  • Cyberangriff auf die USA eskaliert immer weiter – fm4.ORF.at 10.1.
  • Italien warnt vor Eindringen der Mafia in Wirtschaft – news.ORF.at 6.1.21: “Die Polizei warnte auch vor der zunehmenden Aggressivität von Cyberkriminellen in Zeiten der Pandemie. In den ersten zehn Monaten 2020 sei die Zahl der virtuellen Angriffe in Italien um 353 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 gestiegen.”
  • Auszug aus den Statistiken von varonis.com

  • 68% of business leaders feel their cybersecurity risks are increasing. (Accenture)
  • On average, only 5% of companies’ folders are properly protected. (Varonis)
  • Data breaches exposed 36 billion records in the first half of 2020. (RiskBased)
  • 86% of breaches were financially motivated and 10% were motivated by espionage. (Verizon)
  • 45% of breaches featured hacking, 17% involved malware and 22% involved phishing. (Verizon)
  • Zahlen zum Hacking

  • The average cost of a data breach is $3.86 million as of 2020. (IBM)
  • The average time to identify a breach in 2020 was 207 days. (IBM)
  • And the average lifecycle of a breach was 280 days from identification to containment. (IBM)
  • Personal data was involved in 58% of breaches in 2020. (Verizon)
  • Security breaches have increased by 11% since 2018 and 67% since 2014. (Accenture)
  • Historische Datenpannen/Datenlecks

  • In 2020, a Twitter breach targeted 130 accounts, including those of past presidents and Elon Musk, resulted in attackers swindling $121,000 in Bitcoin through nearly 300 transactions. (CNBC)
  • In 2020, Marriott disclosed a security breach impacted data of more than 5.2 million hotel guests. (Marriott)
  • The 2019 MGM data breach resulted in hackers leaking records of 142 million hotel guests. (CPO Magazine)
  • 500 million consumers, dating back to 2014, had their information compromised in the Marriott-Starwood data breach made public in 2018. (CSO Online)
  • In 2018, Under Armor reported that its “My Fitness Pal” was hacked, affecting 150 million users. (Under Armour)
  • In 2017, 147.9 million consumers were affected by the Equifax Breach. (Equifax)
  • In 2017, 412 million user accounts were stolen from Friendfinder’s sites. (Wall Street Journal)
  • 100,000 groups in at least 150 countries and more than 400,000 machines were infected by the Wannacry virus in 2017, at a total cost of around $4 billion. (Technology Inquirer)
  • In 2016, Uber reported that hackers stole the information of over 57 million riders and drivers. (Uber)
  • Uber tried to pay off hackers to delete the stolen data of 57 million users and keep the breach quiet. (Bloomberg)
  •  

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.