Ernährungskrise

Beim Verfassen meines Artikels über die hochschießenden Weltmarktpreise für Nahrungsmittel (für das Südwind-Magazin vom Februar 2008, siehe Link in der linken Spalte) hatte ich ein Problem mit dem Begriff “Krise”: Wenn schon bisher geschätzte 850 Millionen Menschen weltweit (überwiegend Kinder!) an Hunger bzw. Mangel-/Unterernährung litten, bloß weil das Geld nicht ausreicht, sollte das schlimm genug sein, um zumindest als “Krise” zu gelten – weit eher aber wohl als chronische Katastrophe.

Eine solche Katastrophe wird aber offenbar aus Sicht der Medien der reichen Länder erst dann zur “Krise”, wenn die eigene Bevölkerung (d.h. die eigenen Kunden) unmittelbar betroffen ist. Das war vor einem Jahr noch der Fall, jetzt jedoch nicht mehr. Also ist das Thema auch wieder uninteressant geworden.

Im Rest der Welt hat sich die Lage zwar auch etwas entspannt, bleibt aber problematisch – siehe eine Presseinfo der Food and Agriculture Organization der UNO (FAO) vom 12. Februar 2009 (Early indications hint at smaller 2009 cereal crop) mit dem Untertitel: “Despite bumper 2008 harvests, high prices persist in many poor countries.”

Meine Aufmersamkeit für Entwicklungen in der weltweiten Getreideproduktion hat sich jedenfalls nachhaltig erhöht, und Meldungen wie zuletzt jene über die weitverbreitete Dürre in Chinas Weizenanbaugebieten beginnen mich zu beunruhigen. (übrigens auch in der zitierten FAO-Presseinfo enthalten: “Prolonged dry weather is adversely affecting wheat prospects in Asia, with almost half of China’s winter wheat area suffering from severe drought and precipitation also inadequate in India.”)

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